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Alles über die neuen Corona-Selbsttests

Am Samstag kamen die ersten Corona-Selbsttests in den Handel und waren vielerorts schon nach wenigen Minuten ausverkauft. Die Nachfrage ist also enorm. Doch was unterscheidet die Selbsttests von den kostenlosen Schnelltests? Worauf ist bei der Anwendung zu achten und was passiert, wenn das Testergebnis positiv ist? Ein Überblick.

Sonderzulassung für Selbsttests

Lange wurde darüber diskutiert, am 24. Februar erteilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte dann die ersten Sonderzulassungen. Seit 6. März kann man sie kaufen. Los ging es dabei zunächst im Discounter, aktuell ziehen Apotheken und Drogeriemärkte nach. Die Rede ist von Corona-Selbsttests für zu Hause.

Möglich gemacht hat das eine Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung. Damit hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) entschieden, dass Corona-Schnelltests an Privatpersonen abgegeben werden dürfen. Doch damit nicht genug: Laien dürfen die Tests auch selbst durchführen, was vorher ebenfalls nur medizinischem Personal vorbehalten war.

Schnelltests sind Antigentests

Ebenso wie die Schnelltests, die man ab sofort einmal wöchentlich kostenfrei in einem Testcenter, beim Arzt oder in der Apotheke machen lassen kann, gehören die zugelassenen Selbsttests zu den sogenannten Antigentests. Das heißt: Sie reagieren auf Virusmaterial.

Bei den Schnelltests wird dazu mit einem langen Stäbchen ein Abstrich aus dem Nasen- und Rachenraum entnommen und zusammen mit einer Flüssigkeit auf einen Teststreifen geträufelt. Der reagiert auf etwaige Eiweißbestandteile in der Probe und verfärbt sich entsprechend. Das Ganze dauert in der Regel nicht länger als 15 bis 30 Minuten. Dann liegt das Resultat vor.

Ist das Ergebnis des Tests „positiv“, wurden Virusbestandteile nachgewiesen und man ist akut mit SARS-CoV-2 infiziert. Ein negatives Testergebnis bedeutet, dass man zum Zeitpunkt des Tests nicht infiziert ist.

PCR-Tests

Die Abkürzung PCR steht für Polymerase Chain Reaction (Polymerase-Kettenreaktion). Dieses Testverfahren weist das Erbgut des Coronavirus nach. Der Abstrich wird tief im Rachen und/oder der Nase von medizinischem Personal gemacht. Anschließend erfolgt die Auswertung im Labor. Bis das Ergebnis vorliegt, vergehen etwa 48 Stunden. Ein PCR-Test wird gemacht, wenn du Symptome hast oder nachweislich Kontakt zu einem Infizierten hattest. Der PCR-Test gilt als das sicherste Verfahren, um eine Infektion festzustellen.

Selbsttests sind leicht zu handhaben

Damit Laien die Selbsttests durchführen können, ist die Entnahme der Probe hierbei deutlich einfacher als bei den Schnelltests, die wie die PCR-Tests von geschultem Personal durchgeführt werden. Auch das Ergebnis muss eindeutig erkennbar sein.

Aktuell gibt es drei Methoden, um eine Probe zu erhalten:

  • Stäbchen beziehungsweise Abstrich
  • Spucken oder Lutschen
  • Gurgeln

Bei allen Antigentests, die bisher zur Eigenanwendung zugelassen wurden, wird die Probe entnommen, indem man mit einem verlängerten Wattestäbchen einen Abstrich im vorderen Nasenbereich macht. Deshalb ist häufig auch von „Nasenbohrer-Tests“ die Rede – und der kann tatsächlich auch von Kindern oder Menschen mit Einschränkungen gut durchgeführt werden.

Was bringen die Schnell- und Selbsttests?

Schnelltests können sinnvoll sein, wenn mehrere Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Das ist zum Beispiel in Schulen, Kitas und Betrieben der Fall oder in der Gastronomie sowie bei Veranstaltungen. Hier könnte eine neue Teststrategie dazu beitragen, dass wieder mehr gesellschaftliches Leben möglich ist. Sogenannte Superspreader, also Menschen mit einer hohen Virenlast, würden früher erkannt und Infektionsketten schneller durchbrochen. Doch das funktioniert nur, wenn die Tests regelmäßig stattfinden. Denn jeder Test ist immer nur eine Momentaufnahme.

Was kosten die Selbsttests ?

Aktuell sieht es so aus, dass ein Laien-Schnelltest zwischen fünf und zehn Euro kostet und sie als Packungen mit mehreren Tests in den Handel kommen.

Wer Selbsttests online kauft, sollte darauf achten, dass sie auf der Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte stehen. Denn nur die Tests, die dort aufgeführt sind, entsprechen den Anforderungen des Paul-Ehrlich-Instituts und des RKI.

Wo kann man Selbsttests kaufen?

Aldi hat vorgelegt. Seit vergangenen Samstag bietet der Discounter Corona-Selbsttests an. Allerdings waren die ratzfatz ausverkauft und es gab auch nur eine 5er-Packung pro Kunde. Die Drogerie-Ketten Rossmann, Müller und dm haben angekündigt, ab Mitte dieser Woche Schnelltests anzubieten. Auch bei Apotheken oder Supermärkten werden sie bald verfügbar sein.

Wie verlässlich sind die Selbsttests?

Die Zuverlässigkeit der Tests steht und fällt mit der Anwendung. Lies dir deshalb die Gebrauchsanleitung sorgfältig durch und nimm dir Zeit für die Durchführung – Hygienemaßnahmen inklusive.

Generell gilt: Antigentests sind nicht so empfindlich wie PCR-Tests. So können sie zum Beispiel Infektionen im Anfangsstadium nicht verlässlich nachweisen, weil dann die Virenlast oft noch zu niedrig ist. Ein negativer Antigen-Schnelltest bedeutet also keine Sicherheit. Zudem handelt es sich bei allen Tests immer nur um eine Momentaufnahme. Sie ersetzen nicht die bewährte AHA+L-Regel: Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Masken tragen, in Innenräumen regelmäßig lüften.

Was passiert, wenn der Test positiv ist?

Wenn ein Laien-Selbsttest positiv ausfällt, solltest du deine Hausarztpraxis oder das zuständige Gesundheitsamt verständigen, um das Ergebnis schnellstmöglich durch einen PCR-Test bestätigen zu lassen. Außerdem solltest du dich sicherheitshalber so lange in Quarantäne begeben, bis das Ergebnis vorliegt.

Hierin sehen viele Experten übrigens das größte Problem. Denn die Selbsttests setzen auf Eigenverantwortung. Eine Meldepflicht gibt es aktuell nicht.