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Jetzt kommt Coronavirus Delta

SARS-CoV-2 Typ Delta wurde zuerst in Indien gefunden, nun breitet sich das Virus mit seinen untypischen Symptomen auch bei uns aus. So erkennst du, ob du dich mit der Delta-Mutante infiziert haben könntest.

Typische Delta-Symptome

Die Delta-Variante kommt derzeit gehäuft in Großbritannien vor. Sie macht dort bereits 90 Prozent aller Fälle aus. Auf die weite Verbreitung von Delta wurden britische Mediziner durch eine App aufmerksam, wie die BBC berichtet. Die App steht seit Mai diesen Jahres zu Forschungszwecken zur Verfügung. Sie bietet Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, ihre Symptome einzutragen, wenn sie an COVID-19 erkrankt sind.

Im Juni stellten die britischen Wissenschaftler fest: Die eingetragenen Symptome haben sich seit App-Start stark verändert. Eine Infektion mit COVID-19 fühlte sich im Juni eher wie eine ordentliche Erkältung an, so beschreiben es fast 90 Prozent der Teilnehmer. Da war klar: Diese Veränderung hat mit der in Großbritannien vorherrschenden Delta-Variante zu tun, die zur dominierenden COVID-19-Version geworden war.

Das sind die am häufigsten genannten Symptome:

  • Kopfschmerzen
  • Schnupfen
  • rauer Hals

Auch Fieber tritt noch häufig auf, aber nicht die bislang bekannten klassischen Symptomen wie Husten oder der Verlust des Geschmacks- und Geruchsinns.

Delta in Deutschland auf dem Vormarsch

Alpha war die bislang dominierende SARS-CoV-2-Virusvariante bei uns. Das ändert sich gerade. Delta wurde, so das Robert Koch-Institut, in der ersten Junihälfte noch in nur sechst Prozent der Stichproben nachgewiesen. Am 23. Juni lag der Anteil der Neuinfektionen mit der Delta-Variante bereits bei 15 Prozent. Delta ist gerade auf dem Weg, die vorherrschende Alpha-Variante zu verdrängen. Der Anteil von Beta und Gamma spielt in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle.

Corona entwickelt sich immer weiter

War am Anfang der Pandemie nur von dem Coronavirus die Rede, so beobachtet man mittlerweile bei COVID-19 ein Infektionsgeschehen mit großer Dynamik. Vielfältige Mutationen verbreiten sich weltweit. Anstatt des Ländernamens, in dem die Variante zuerst entdeckt wurde, greift man mittlerweile auf das griechische Alphabet zurück, um Länder und Bewohner nicht zu stigmatisieren. Wer möchte schon, dass eine COVID-19-Mutante nach dem eigenen Heimatland benannt wird. Nach Alpha und Beta kam Gamma und jetzt die Delta-Version. Natürlich gibt es mehr als diese vier Mutationen, aber die Wissenschaftler konzentrieren sich auf die gefährlichsten und greifen sie mit Benamung heraus.

Warum sind manche Corona-Varianten gefährlicher?

Besorgniserregende Virusvarianten unterscheiden sich bezüglich ihrer Übertragbarkeit und Ansteckungsgefahr sowie ihrer Empfindlichkeit gegenüber der Immunantwort von genesenen oder geimpften Personen. Sie werden als VOC (variants of concern) bezeichnet.

Wo trat die Alpha-Variante zuerst auf?

In Großbritannien wurde diese neue SARS-CoV-2-Virusvariante erstmals im September 2020 nachgewiesen. Ihre Eigenschaften: noch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar und das mit höherer Vermehrungszahl. Ihre Ausbreitung ist daher schwerer einzudämmen. Es gibt Hinweise, dass sie zu mehr Todesfällen führt. Eine verringerte Wirksamkeit in Bezug auf die gängigen Impfstoffe wurde bislang nicht beobachtet, schreibt das Robert Koch-Institut. In Großbritannien wurde Alpha mittlerweile von Delta verdrängt. Für Deutschland gilt: Alpha ist bislang die vorherrschende Variante.

Worin unterscheidet sich die Beta-Variante?

Über diese Virusvariante haben Wissenschaftler zuerst in Südafrika im Dezember 2020 berichtet. Studien weisen darauf hin, dass Menschen, die mit einer Vorgänger-Variante von Beta infiziert waren oder einen auf dieser beruhenden Impfstoff erhalten haben, weniger gut vor einer Beta-Infektion geschützt sind. Auch für diese Variante wird eine höhere Übertragbarkeit diskutiert.

Was zeichnet die Gamma-Variante aus?

Die Gamma-Variante wurde erstmals im brasilianischen Staat Amazonas nachgewiesen und ähnelt der südafrikanischen Variante. Durch ihre Veränderung vermag sie die Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften zu vermindern. Sie hat ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.

Ist die Delta-Variante gefährlich?

Zuerst im indischen Bundesstaat Maharashtra nachgewiesen, verbreitet sie sich zur Zeit stark in Großbritannien. Sie führt zu einer geringeren Wirksamkeit der Immunantwort, ihre Übertragbarkeit ist erhöht. Erste Beobachtungsstudien aus Großbritannien lassen darauf schließen, dass die Impfstoff-Wirksamkeit geringfügig herabgesetzt ist. Infektionen mit der Delta-Variante können vermehrt zu schwereren Krankheitsverläufen führen. Es kommt zu untypische Symptomen, die eher an eine Erkältung erinnern – ohne Geruchs- und Geschmacksverlust.