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Blutdruck senken – Sport hilft!

Gute Nachrichten für alle, die mit hohen Blutdruckwerten kämpfen: Eine portugiesische Studie zeigt, dass Blutdrucksenken durch Ausdauersport oft dann noch greift, wenn blutdrucksenkende Medikamente den Dienst versagen.

Den Blutdruck senken – aber wie?

Wie wirkungsvoll lässt sich durch Sport der Blutdruck senken? Das wollte ein portugiesisches Forscherteam von der Universität Aveiro wissen. An der Studie nahmen 53 Probandinnen und Probanden teil. Sie alle hatten bereits seit drei Monaten mindestens drei Wirkstoffe erhalten, um den Blutdruck zu senken – trotzdem blieben ihre Blutdruckwerte zu hoch. Durchschnittlich waren die Teilnehmenden 60 Jahre alt, ihr systolischer (oberer) Wert lag bei 140,7 mmHg und bei der 24-Stunden-Messung bei 133 mmHg.

Blutdruck: Was bedeutet was?

Für den Blutdruck sind der systolische und diastolische Wert entscheidend. Umgangssprachlich ist oft auch vom oberen und unteren Wert die Rede. Dabei zeigt der höhere, also der systolische Wert, den Druck an, der herrscht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in die Adern pumpt. Er steht immer an erster Stelle. Der diastolische Wert wird an zweiter Stelle genannt. Er bezieht sich auf den Zeitpunkt, an dem sich der Herzmuskel entspannt und der Druck in den Gefäßen am niedrigsten ist. Beide Werte werden in der Einheit „Millimeter Quecksilbersäule“, kurz mmHg, angegeben.

Ausdauersport vs. Gesundheitsinfos

Zurück zur portugiesischen Studie: Für die Untersuchung wurden die Probandinnen und Probanden in eine Sport- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Aufgabe der Sportgruppe war es, drei Mal wöchentlich unter Anleitung ein einstündiges, mäßig anstrengendes Ausdauertraining mit Radfahren und Walking zu absolvieren. Dabei wurde auf eine maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) von 50 Prozent geachtet, die in den folgenden Wochen auf 70 Prozent gesteigert wurde. Die Kontrollgruppe bekam lediglich allgemeine Gesundheitsinformationen, die über einen gesunden Lebensstil aufklärten.

And the winner is … Die Sportgruppe!

Tatsächlich zeigte sich nach drei Monaten, dass die Sportler ihren Blutdruck senken konnte. Der systolische Wert war in der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung um mehr als sechs mmHg niedriger als vor Versuchsbeginn. Bei der Kontrollgruppe war der Wert dagegen sogar leicht angestiegen – und zwar um 0,9 mmHg.

In der ärztlichen Praxis wurde bei den Sporttreibenden sogar ein Minus von 10 mmHg beim systolischen Blutdruck festgestellt. Dabei gab es durchaus Unterschiede bei einzelnen Probanden. Bei manchen hat das Sportprogramm zum Blutdruck senken extrem gut angeschlagen, bei anderen weniger.

Der Blutdruck ist individuell

Mit dem Blutdruck ist das so eine Sache: Denn viele Faktoren haben Einfluss darauf. So kann der Blutdruck schwanken, sich im Laufe des Tages und des Lebens verändern, zu niedrig oder zu hoch sein. Auf jeden Fall ist er ziemlich individuell und von Mensch zu Mensch verschieden. Die Pumpleistung des Herzens spielt dabei eine Rolle, die Beschaffenheit der Blutgefäße, Hormone, Geschlecht, Alter, Gewicht, Gemütszustand … Kurzum: Es ist kompliziert!

Welcher Blutdruck ist normal?

• Von einem optimalen Blutdruck sprechen Fachleute, wenn der systolische Wert weniger als 120 mmHg beträgt und der diastolische weniger als 80 mmHG.

• Als normaler Blutdruck gelten Werte von höchstens 129 mmHG systolisch und 84 mmHg diastolisch.

Hoch, aber noch im Normbereich ist der Blutdruck, wenn der systolische Wert bis 139 mmHg und der diastolische Wert bis 89 mmHG beträgt.

• Als Bluthochdruck (Hypertonie) gelten alle Werte, die darüber liegen. Je nach Höhe der Werte wird der Bluthochdruck in drei verschiedene Kategorien eingeteilt: Leichter Bluthochdruck liegt bei 140/90 mmHg bis 159/99 mmHg, mittelschwerer Bluthochdruck bei 160/100 mmHg bis 179/109 mmHg und schwerer Bluthochdruck bei 180/110 mmHg und höher.

Übrigens: Von einem erhöhten Blutdruck ist die Rede, wenn der systolische und/oder der diastolische Wert bei mehreren Messungen auffällig hoch ist.

Warum du zu hohen Blutdruck senken solltest

Ein dauerhaft hoher Blutdruck birgt Gefahren. Eine davon ist, dass er zunächst oft unbemerkt bleibt. Erst wenn er über längere Zeit zu hoch ist, kann sich das bemerkbar machen: durch eine auffällig rote Gesichtsfarbe, Ohrensausen, Schwindel, Kopfschmerzen oder Sehstörungen. Und ein zu hoher Blutdruck kann unbehandelt folgende gesundheitliche Schäden anrichten:

  • Arterienverkalkung: Ablagerungen können die Blutgefäße verschlacken oder verschließen.
  • Schlaganfall oder Demenz: Das Gehirn kann in Mitleidenschaft gezogen werden.
  • Schlechtes Sehen, Erblinden: Die Durchblutung leidet, was die Nerven in den Augen schädigen kann.
  • Herzschwäche, Herzinfarkt: als Folgen mangelnder Durchblutung.
  • Nierenfunktionsstörung: Der Stoffwechsel kann durcheinandergeraten und die Nieren schädigen. Das wiederum kann den Blutdruck weiter in die Höhe treiben.
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen: Diese können zu Schmerzen beim Gehen, Sitzen oder Stehen führen.

Sportlich!

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