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Attraktivität: Männer lassen sich eher blenden

Wir haben es geahnt: Frauen lassen sich von Attraktivität weniger beeindrucken als Männer. Diese vertrauen gutaussehenden Frauen – auch wenn sie zugleich bedrohlich wirken. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universitäten Freiburg und Basel.

Der erste Eindruck entscheidet

Diverse Studien zeigen: Ob wir eine Person, die wir nicht kennen, für vertrauenswürdig halten oder nicht, entscheidet der erste Eindruck. Ausschlaggebend dafür ist das Aussehen des Gegenübers – vor allem bestimmte Gesichtsmerkmale.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Psychologie der Universität Freiburg haben nun gemeinsam mit einer Kollegin von der Universität Basel in der Schweiz untersucht, ob es hierbei Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Die Forschungsergebnisse veröffentlichte das Team kürzlich im Fachjournal Scientific Reports.

Attraktivität schafft Vertrauen

An der Studie nahmen insgesamt 47 heterosexuelle Männer und 46 heterosexuelle Frauen teil. Sie sollten anhand von Fotos entscheiden, ob sie einer Person Geld anvertrauen würden – mit dem Risiko, dass das Gegenüber das Geld einfach für sich behält. Die Männer bekamen Porträs von Frauen vorgelegt, die Frauen Porträts von Männern. Das Besondere: Die Gesichter der Menschen auf den Fotos unterschieden sich hinsichtlich ihrer Attraktivität und Bedrohlichkeit.

Das Ergebnis des Experiments: Beide Geschlechter vertrauten ihr Geld attraktiven Personen häufiger an als bedrohlich wirkenden Menschen. Die Frauen ließen sich von der Attraktivität allerdings weniger blenden als die Männer. Sie vertrauten attraktiven, bedrohlich wirkenden Männern deutlich weniger als Männer attraktiven, bedrohlich wirkenden Frauen.

Frauen sind wählerischer

Während das Vertrauen bei den Männern also gleichermaßen von Attraktivität und Bedrohung beeinflusst wurde, war bei den Frauen der bedrohliche Aspekt eher ausschlaggebend.

Dieser Unterschied könnte evolutionär bedingt sein, so die Forschenden. Schließlich würden Frauen viel Energie für Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit investieren und daher einen möglichen Partner mit Bedacht auswählen.

Männer und Frauen ticken anders

Doch noch etwas zeigt die Studie sehr deutlich: Nicht alle Forschungsergebnisse in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften lassen sich eins zu eins auf Frauen und Männer übertragen. Daher sei es enorm wichtig, bei Studien den Fokus nicht nur auf männliche Versuchspersonen zu legen, sondern das Geschlecht als wichtigen Einflussfaktor auf das Verhalten zu berücksichtigen, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.