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AOK-Studie: Hautkrebs nimmt zu

Immer mehr Menschen erkranken an Hautkrebs. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Versichertendaten der AOK Rheinland/Hamburg. Grund dafür sind schädliche UV-Strahlen und mangelnder Sonnenschutz. Hautkrebs-Screenings und ABCD-Regel helfen, Veränderungen frühzeitig zu entdecken.

Mehr Krankschreibungen

Die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von Hautkrebs hat sich zwischen 2003 und 2009 mehr als verdoppelt. Das geht aus Versichertendaten hervor, die das Institut für Betriebliche Gesund­heits­förder­ung (BGF) der AOK Rheinland/Hamburg ausgewertet hat.

Im Jahre 2003 haben Ärztinnen und Ärzte 0,08 Krankschreibungen je 100 Versi­cher­tenjahre ausgestellt, denen die Diagnose „bösartiges Melanom oder sonstige bös­artige Neubildung der Haut“ zugrunde lag. Im Jahr 2019 waren es bereits 0,18.

Sonne als Ursache für Hautkrebs

Die AOK führt den Anstieg im Wesentlichen auf schädliche UV-Strahlen zurück. Wer seiner Haut zu viel Sonneneinstrahlung zumute, provoziere Veränderungen, die im schlimmsten Fall zu Krebs führen könnten, hieß es dazu in einer Pressemitteilung der Krankenkasse.

Tatsache ist, zu viel UV-Strahlung schadet dem Körper – und die Haut vergisst nicht: Je mehr Sonnenbrände unsere Haut vor allem in jungen Jahren abbekommt, desto größer ist das Risiko, an schwarzem oder weißem Hautkrebs zu erkranken. Deshalb ist es wichtig, die Haut vor zu viel Sonne zu schützen – und das auch im Frühling und Herbst.

Gute Strahlen, schlechte Strahlen

Ohne Sonne wäre ein Leben auf der Erde nicht möglich. Ihre Strahlung sorgt für Licht und Wärme, unterstützt die Fotosynthese bei Pflanzen und macht glücklich. Die Sonne gibt aber auch ultraviolette Strahlen (UV) ab. Diese wiederum fördern zwar die Bildung von Vitamin D, zu viel Strahlung schadet aber der Gesundheit. UV-Strahlung spürt man erst, wenn es zu spät ist. Sie ist für das menschliche Auge unsichtbar und dringt unterschiedlich tief in die Haut ein. Die Intensität der Strahlung hängt dabei von verschiedenen Faktoren wie Jahreszeit, Tageszeit, Wetterlage oder auch Standort ab.

Keine gesunde Bräune

Hautärzte und Krebsmediziner machen neben der natürlichen Sonne auch Sonnenstudios mitverantwortlich für die Zunahme von Hautkrebs. Sie mahnen, dass jeder Bräunungsprozess ein Hilfeschrei der Haut sei.

Was viele nämlich nicht wissen: Braun wird unsere Haut nur, um sich gegen die Ultraviolettstrahlung zu schützen. Sie bildet Pigmente, die sich wie ein Schirm um die Zellkerne legen und die Haut so vor schädlichen Einflüssen bewahren.

Hautkrebs-Früherkennung

Laut Landeszentrum Gesundheit NRW zählt Hautkrebs zu den Krebsarten, bei denen Patienten häufig positive Prognosen erhalten. „Je eher der Krebs diagnostiziert wird, desto größer sind die Heilungschancen. Deshalb sollten alle Menschen Früherkennungsangebote nutzen“, sagt Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg.

Wer gesetzlich versichert ist, hat ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Manche Krankenkassen, darunter auch die AOK Rheinland/Hamburg, bieten ihren Versicherten die Untersuchung auch schon früher an – zum Beispiel für Versicherte ab 18 Jahren.

Bei dem Screening untersucht der Arzt den ganzen Körper, auch die Kopfhaut, das Gesicht, die Nägel sowie den Genitalbereich. Stellt er etwas Auffälliges fest, entnimmt er zur Abklärung eine Gewebeprobe.

Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung nimmt nicht einmal jeder Dritte diese Möglichkeit wahr. „Hier besteht noch großes Potenzial“, so Buchwitz.

Hautcheck nach ABCD-Regel

Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Deshalb solltest du unbedingt auch selbst auf Veränderungen deiner Haut achten und bei Auffälligkeiten einen Arzt aufsuchen.

Die sogenannte ABCD-Regel hilft beim Selbstcheck:

  1. A = Asymmetrie: Melanome haben typischerweise eine unregelmäßige Form.
  2. B = Begrenzung: Die Ränder eines Melanoms sind häufig unregelmäßig oder auslaufend.
  3. C = Colour: Melanome haben meist mehrere Farbtöne oder verändern ihre Farbe.
  4. D = Durchmesser: Male mit mehr als 2 mm Durchmesser sollten kontrolliert werden.

Wichtig: Zehenzwischenräume, Fußsohlen, Genitalbereich, Rücken und Kopfhaut nicht vergessen. Am besten einen Spiegel nehmen oder eine vertraute Person um Hilfe bitten.

Trotz Corona zur Vorsorge

Ob Hautkrebs-Screening oder Krebsvorsorge beim Frauenarzt: Untersuchungen zur Früherkennung sind wichtig, um Krankheiten rechtzeitig zu entdecken und zu behandeln. Experten sprechen sich deshalb dafür aus, diese Untersuchungen wahrzunehmen – auch in Zeiten von Corona.