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Pandemie sorgt für mehr Anrufe bei Sorgentelefonen

In der Corona-Pandemie gab es deutlich mehr Anrufe bei Sorgentelefonen. Das zeigt eine internationale Vergleichsstudie. Sie zeigt auch, welche Themen die Menschen besonders beschäftigt haben und welche weniger wichtig wurden.

Bis zu einem Drittel mehr Anrufe bei Sorgentelefonen

Die Corona-Pandemie sorgt international für mehr Anrufe bei Sorgentelefonen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zu den psychischen Folgen der Pandemie. Rund acht Millionen Anrufe bei Sorgentelefonen aus 19 Ländern wurden dazu ausgewertet. Analysiert hat die Daten ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten in Freiburg und Lausanne.

Die Zahl der Anrufe bei Sorgentelefonen stieg demnach um bis zu 35 Prozent – verglichen mit Zeiten vor Corona. Am stärksten war die Veränderung sechs Wochen nach Beginn der Pandemie. Die Forschenden definieren diesen Zeitpunkt länderspezifisch. Es gilt das Datum, an dem mehr als eine COVID-Infektion pro 100.000 Einwohner verzeichnet wurde.

Andere Themen beschäftigten die Menschen

Die Studie zeigt außerdem, dass sich die Gründe für die Anrufe geändert haben. Zuvor dominierten Anrufe aufgrund von Beziehungsproblemen (37 Prozent). Jeder Fünfte rief an, weil er oder sie sich allein fühlte. Auch wirtschaftliche Schwierigkeiten waren häufig Anlass für ein Gespräch. Durch die Pandemie gerieten andere Anlässe in den Vordergrund:

Bei Anrufen zum Thema Gewalt zeigt die Analyse ein gemischtes Bild. Zwar nahmen diese insgesamt mit Beginn der Pandemie ab. Anruferinnen unter 30 Jahren riefen allerdings etwas häufiger aus diesem Grund an als zuvor.

Existenzielle Ängste

Auch Menschen mit Selbstmordgedanken meldete sich bei den Sorgentelefonen. Insbesondere als die Politik unterschiedliche Restriktionen erließ und viele Länder in den Lockdown gingen, nahmen diese Anrufe zu. Als jedoch finanzielle Unterstützung für verschiedene Branchen in Aussicht gestellt wurden, gab es wieder weniger solcher Anrufe bei den Sorgentelefonen.

Die Studiendaten

Die Daten der Untersuchung stammen aus 14 europäischen Ländern, den USA, China, Hong Kong, Israel und dem Libanon. Am meisten Anrufe wurden aus den USA analysiert, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Insgesamt wurden für die Studie mehr als acht Millionen Anrufe zwischen 2019 und dem ersten Quartal 2021 bei 23 Sorgentelefonen untersucht.