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Ältere Menschen unter Zeitdruck

Zeitdruck, Hektik und Stress gehören für viele Menschen zum Alltag. Das gilt nicht nur für Berufstätige. Auch ältere Menschen sind davon betroffen. Das belegt nun erstmals auch eine internationale Studie.

Studie zum Zeitdruck bei Älteren

Das Phänomen, das Modernisierung und wirtschaftliches Wachstum, das Gefühl von Stress und Zeitdruck, ist nicht neu. Fachleute sprechen in dem Zusammenhang auch von sozialer Beschleunigung. Betroffen sind vor allem jüngere Menschen und Menschen mittleren Alters. Sie sind in der Regel berufstätig, müssen den vielfältigen Anforderungen im Job und im Privatleben gerecht werden und mitunter auch noch Arbeit und Familie unter einen Hut bringen.

Neu ist jedoch, dass der moderne Alltag offenbar auch diejenigen stresst, die nicht mehr berufstätig sind – nämlich Rentner. Auch sie verspüren zunehmend Zeitdruck. Das zeigt eine Studie von Weill Cornell Medicine in New York, die kürzlich im „The Journals of Gerontology“ erschienen ist. An der Untersuchung waren unter anderem auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Berliner Humboldt-Universität, des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Berliner Charité beteiligt.

Daten aus Berlin zeigen den Wandel

Die Forschenden werteten für ihre Studie zwei Datensätze der sogenannten Berliner Altersstudien (BASE I und BASE II) aus, die Anfang der 1990er und Mitte der 2010er-Jahre durchgeführt wurden. Alle Befragten waren nicht mehr berufstätig. Die Wahl auf Berlin fiel übrigens, weil die Stadt und damit auch die Menschen in besagtem Zeitraum einen besonders starken sozialen Wandel erlebt haben.

Das Ergebnis des Vergleichs: Ältere Menschen stehen heute stärker unter Zeitdruck als gleichaltrige Personen in den 1990er-Jahren. Die Wahrnehmung der Zeit hat sich ebenfalls verändert und scheint variabler zu sein als 25 Jahre zuvor.

Veränderungen in der Zeitwahrnehmung zu analysieren, sei uter anderem wichtig, weil sie negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können, so die Forscherinnen und Forscher. Im Berufsleben wird Zeitdruck etwa mit Stress, schlechterer körperlicher Gesundheit, erhöhtem Blutdruck und Symptomen von Depression in Verbindung gebracht. Ob sich ähnliche Effekte auch bei Menschen zeigen, die nicht mehr berufstätig sind, sei allerdings noch nicht klar.

Von wegen Ruhestand

Warum ältere Menschen heute mehr Druck verspüren als früher, können die Fachleute nur vermuten. Sie nehmen beispielsweise an, dass die ständige Erreichbarkeit dazu beiträgt, dass sich auch Rentner gestresst fühlen. Die Vereinbarkeit von Freizeit und anderen Verpflichtungen wie etwa Ehrenämtern könnte ebenfalls schwieriger geworden sein. Vielleicht sind es aber auch die gestiegenen Ansprüche und Erwartungshaltungen, die Druck erzeugen. Oder die lange „Bucket-List“, die man im „Unruhestand“ endlich abarbeiten will …

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