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Myth-Buster: Hygiene

Die richtige Hygiene schützt uns und unsere Mitmenschen vor Krankheiten, mit denen wir uns lieber nicht anstecken möchten. Doch der Grat zwischen übertriebener und nicht ausreichender Hygiene ist schmal – und die Informationsflut spätestens seit Corona riesig. Was davon stimmt und was nicht?

7 Hygiene-Mythen

Viren, Bakterien und Pilze tummeln sich überall. Die meisten Keime sind harmlos, einige können aber auch richtig krank machen. Einfache Hygienemaßnahmen können dazu beitragen, dich und andere vor fiesen Krankheitserregern zu schützen. Damit du weißt wisst, welche Hygienetipps tatsächlich helfen und welche vielleicht ein bisschen übertrieben sind, haben wir uns 7 Hygiene-Mythen mal etwas genauer angeschaut.

Mythos 1: Beim Husten oder Niesen hält man sich wegen Corona die Hand vor den Mund.

Nein, schon vor der Pandemie galt: Huste und niese immer in ein Taschentuch oder notfalls in die Armbeuge, damit du keinen Speichel oder Nasensekret versprühst. Krankheitserreger, die an die Hände gelangen, werden schnell über gemeinsam genutzte Gegenstände oder beim Händeschütteln weitergegeben. Die Husten- und Nies-Etikette sieht daher außerdem vor:

  • Abstand halten! Und von anderen Personen wegdrehen.
  • Einwegtaschentücher benutzen. Das Taschentuch einmal verwenden und dann sofort in einem Mülleimer entsorgen.
  • Anschließend baldmöglichst gründlich die Hände waschen!
  • Ist kein Taschentuch griffbereit, die Armbeuge vor Mund und Nase halten.
Hygiene: Frau gibt Desinfektionsgel auf ihre Hände.
Quelle: istockphoto.com | Helin Loik-Tomson

Mythos 2: Desinfektionsgels für die Hände schützen besser als Händewaschen.

Ja, aber du musst deine Hände im Alltag beziehungsweise im privaten Umfeld normalerweise nicht desinfizieren. Gründliches Händewaschen mit Seife reicht aus. So geht’s:

  • Die Hände unter fließendes Wasser halten.
  • Handinnenflächen, Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen gründlich einseifen. Fingernägel nicht vergessen.
  • Hände unter fließendem Wasser abspülen.
  • Handflächen und Handrücken gründlich abtrocknen, auch die Fingerzwischenräume. In Haushalten mit mehreren Personen sollte jeder sein eigenes Handtuch benutzen.

Mythos 3: Ein Mund- und Nasenschutz schützt vor der Ansteckung mit Infektionskrankheiten.

Fakt ist, ein Mund- und Nasenschutz kann dazu beitragen, Viren und andere Krankheitserreger nicht an andere weiterzugeben. Denn vor allem hochwertige FFP2-Masken fangen einen Großteil der Tröpfchen beim Niesen und Husten ab. Der größtmögliche Schutz wird dann erreicht, wenn alle eine Maske tragen. Fachleute warnen jedoch davor, dass Schutzmasken ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln. Du solltest deshalb andere wichtige Hygienemaßnahmen wie Abstandhalten oder Händewaschen also nicht vernachlässigen.

Hygiene: Mann trägt beim Putzen gelbe Gummihandschuhe.
Quelle: istockphoto.com | PeopleImages

Mythos 4: Desinfektionsmittel können anstelle von Putzmitteln verwendet werden.

Desinfektionsmittel entfernen keinen Schmutz und ersetzen deswegen auch keine Reinigungsmittel. In einigen Fällen können Desinfektionsmitteln, die im medizinischen Bereich verwendet werden, allerdings auch im privaten Umfeld sinnvoll sein – zum Beispiel, wenn ein Familienmitglied an einer hochansteckenden Infektion leidet oder die Immunabwehr extrem geschwächt ist. Die Mittel helfen, die Infektionskette zu unterbrechen. Du solltest sie jedoch nur nach Rücksprache mit Ärzten, Pflegepersonal oder dem Gesundheitsamt einsetzen.

Mythos 5: Klodeckel hoch oder runter – macht keinen Unterschied.

Und ob! Am besten schließt du den Toilettendeckel vor jedem Spülen, da sich ansonsten Krankheitserreger in der Umgebung verteilen können. Die landen dann auf Handtüchern und anderen Gegenständen. Verwende deswegen für den Sanitärbereich separate Putzlappen und putz erst das Waschbecken und dann das WC. Auch Türklinken, Lichtschalter und andere Hand-Kontakt-Flächen beim Putzen nicht vergessen!

Hygiene: Frau benutzt Nasenspray.
Quelle: istockphoto.com | vgajic

Mythos 6: Nasenspray muss nicht gereinigt werden.

Für eine hygienische Anwendung solltest du den Sprühkopf deines Nasensprays nach dem Benutzen gründlich mit einem sauberen Tuch reinigen (siehe auch Packungsbeilage). Um die Übertragung von Keimen zu vermeiden, sollten Nasensprays außerdem immer nur von einer Person benutzt werden.

Mythos 7: Hygienespüler töten Mikroorganismen in der Waschmaschine ab.

Fachleute raten von Hygienespülern ab. Stattdessen sollte die Waschmaschine etwa einmal pro Woche bei mindestens 60 Grad Celsius laufen. Das verhindert, dass sich ein Biofilm mit Mikroorganismen ansiedelt.

Wissen im Netz

Mehr Infos rund ums Thema Infektionsschutz und Hygiene gibt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder beim Robert Koch-Institut (RKI).