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Mund- und Nasenschutz bei Corona – das musst du wissen

Ab sofort gilt überall in Deutschland die Maskenpflicht. Wir erklären, welche Arten von Schutzmasken es gibt, wann ein Mund- und Nasenschutz Sinn macht und worauf du beim Tragen achten solltest.

Warum ein Mund- und Nasenschutz?

Der Anblick von Schutzmasken gehört inzwischen zu unserem Alltag: bunte selbstgenähte genauso wie weiße, hellgrüne oder hellblaue aus Zellstoff aus der Apotheke. Hier und da sieht man auch welche mit integriertem Filter. Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes kann zusätzlich zu anderen Hygienemaßnahmen helfen, der Verbreitung von Corona-Viren vorzubeugen. Denn die Viren werden beim Sprechen, Husten und Niesen über Speichel und Atemluft verbreitet.

Es gibt zwar keine Belege dafür, dass ein einfacher Mund- und Nasenschutz aus Stoff gesunde Menschen vor Infektionen mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 schützt. Aber die Masken können dazu beitragen, dass Viren und andere Krankheitserreger nicht an andere Menschen weitergegeben werden, wenn man selbst infiziert ist und es nicht weiß. Das ist vor allem dann wichtig, wenn der Sicherheitsabstand nicht verlässlich eingehalten werden kann – etwa beim Einkaufen, in Bus und Bahn oder am Arbeitsplatz.

Welche Maskenarten gibt es?

Neben selbstgemachten Alltagsmasken für Mund und Nase gibt es medizinische Schutzmasken (OP-Masken und Mund-Nase-Schutzmasken, MNS) sowie Partikel-filtrierende Schutzmasken (FFP), die eigentlich aus dem Arbeitsschutz stammen.

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Quelle: Shutterstock | Tong_art | Mr. Luck

Einfacher Mund- und Nasenschutz

Stoffmasken (auch als Alltags-, Community-, DIY- oder Behelfsmasken bezeichnet) sind eine mechanische Barriere und vermindern die Verbreitung von Atemtröpfchen oder Speichel, die beim Atmen, Husten oder Niesen freigesetzt werden. Die meisten Masken sind aus handelsüblichen Stoffen in verschiedensten Varianten individuell genäht. Sie werden auch von vielen Textilherstellern angeboten. Die Masken sind nur für den privaten Gebrauch geeignet. Wer keine derartige Maske zur Verfügung hat, kann Mund und Nase auch mit einem Tuch oder Schal bedecken.

Medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS, OP-Masken)

Sie werden vor allem im medizinischen Bereich verwendet – zum Beispiel in Arztpraxen, Kliniken oder in der Pflege. Das spezielle Gewebe der MNS verhindert die Verbreitung von Speichel- oder Atemtröpfchen. Da die Masken nicht eng anliegen, schützen sie nicht vor dem Einatmen von Krankheitserregern und dienen in erster Linie dem Schutz anderer. Sie zählen zu den Medizinprodukten und erfüllen entsprechende gesetzliche Vorschriften.

Partikel-filtrierende Halbmasken (englisch Filtering Face Piece, FFP)

FFP-Masken wurden für Arbeitsbereiche entwickelt, in denen sich gesundheitsschädliche Stoffe in der Luft befinden. Ein integrierter Filter hält Schadstoffe, aber auch Viren ab. Die dicht anliegenden Masken gelten als persönliche Schutzausrüstung im Rahmen des Arbeitsschutzes. Je nach Filterleistung gibt es FFP1-, FFP2- und FFP3-Masken. Bei der Behandlung von COVID-19-Patienten in Intensivstationen werden FFP2- und FFP3-Masken eingesetzt.

Welchen Schutz bieten Stoffmasken?

Nach einer Infektion – beispielsweise mit dem Corona-Virus – kann man schon Tage vor den ersten Symptomen ansteckend sein, ohne es zu wissen. Zudem verläuft die Krankheit (COVID-19) häufig ganz ohne Symptome. Deshalb raten Experten, vorsorglich einen Mund- und Nasenschutzes zu tragen – besonders, wenn sich der empfohlene Abstand zu anderen Menschen nicht sicher einhalten lässt.

Als Träger ist man zwar wenig vor der Übertragung geschützt, denn man atmet vor allem die Luft ein, die zu den Rändern des Mund-Nasen-Schutzes eindringt. Stoffmasken sind aber als Fremdschutz sinnvoll. Denn ihr Gewebe hält die eigenen Tröpfchen aus Mund und Nase ab und schützt so andere. Außerdem sorgen sie dafür, dass wir uns nicht ins Gesicht fassen und die Schleimhaut in Mund und Nase nicht mit kontaminierten Händen in Kontakt kommt. Trotzdem: Hygienemaßnahme wie die Husten- und Niesregeln (Wegdrehen und Nutzen der Armbeuge), gründliches Händewaschen und ausreichendes Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter) sind entscheidend.

Wo bekommt man Corona-Masken?

Geeignete Masken sind momentan noch Mangelware. Trotzdem lohnt es sich, bei Apotheken in der Umgebung nachzufragen. Behelfsmasken aus Stoff kann man ganz einfach selbst nähen. Auch viele Änderungsschneidereien bieten sie inzwischen an. Im Internet findet man ebenfalls zahlreiche Produkte – allerdings sind die häufig überteuert. Für den normalen Alltagsgebrauch reicht ein einfacher Mund- und Nasenschutz aus. Besondere FFP-Masken sollten dagegen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vorbehalten bleiben.

6 Regeln fürs Tragen des Mund- und Nasenschutzes

Den größtmöglichen Schutz haben Mund-Nasen-Bedeckungen nur beim richtigen Gebrauch. Darauf kommt es an:

  1. Vor dem Anlegen: Wasch dir gründlich die Hände mit Seife (mindestens 20 bis 30 Sekunden).
  2. Beim Aufsetzen: Berühr nicht die Innenseite. Achte außerdem darauf, dass Nase und Mund bis zum Kinn bedeckt sind und die Maske möglichst dicht anliegt.
  3. Regelmäßiger Maskenwechsel: Wechsel die Maske, wenn sie durch die Atemluft durchnässt ist. So können sich keine zusätzlichen Keime ansiedeln.
  4. Während des Tragens: Fass die Maske möglichst wenig an, sondern greif nur an die seitlichen Gummibänder oder Schnüre. Und trag die Maske nicht um den Hals.
  5. Nach dem Abnehmen: Wasch dir wieder gründlich die Hände. Die Maske muss schnell abtrocknen oder direkt gewaschen werden.
  6. Richtig reinigen: Bewahre die Maske bis zum Waschen in einem separaten Beutel auf. Textilmasken sollten möglichst am gleichen Tag bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen (das ECO-Programm reicht nicht) oder im Wasserbad einige Minuten ausgekocht werden. Anschließend schnell und gründlich trocknen. Auch sorgfältiges Bügeln bei hohen Temperaturen tötet Corona-Viren ab.

Tipp für Brillenträger: Damit die Brille nicht ständig beschlägt, weil warme Atemluft an die Gläser kommt, sollte die Schutzmaske möglichst eng anliegen. Ideal sind Masken mit einem integrierten Metallbügel oder eingenähtem Draht. Außerdem solltest du darauf achten, dass der Stoff unterhalb der Brille liegt. So kann die warme Luft besser an den Gläsern vorbeiströmen. Zusätzlich kannst du deine Brille mit einem milden Spülmittel oder Flüssigseife (ohne Alkohol!) einreiben, trocknen lassen und polieren. Der dünne Seifenfilm sorgt dafür, dass die Gläser weniger beschlagen.