Kategorien
#Körper

Immunsystem: Tipps für starke Abwehrkräfte

Ein starkes Immunsystem ist der beste Schutz gegen Viren, Bakterien, Pilze und andere Krankheitserreger. Neben Infektionskrankheiten von außen schützt es uns auch vor krankmachenden Veränderungen im Inneren unseres Körpers wie Krebs. Wir erklären, was im Körper passiert und wie du deine Abwehrkräfte stärken kannst.

Wie funktioniert unser Immunsystem?

Ständig greifen Krankheitserreger unseren Körper an. Meist merken wir davon nichts, weil die Immunabwehr reibungslos funktioniert. Wenn das Immunsystem aber versagt, weil es geschwächt ist oder die Erreger besonders aggressiv sind, werden wir krank.  

Einen ersten Schutz vor Krankheitserregern von außen bilden Haut, Schleimhäute und Körperflüssigkeiten. Überwinden schädliche Keime oder Schadstoffe diese Barriere, greift die körpereigene Abwehr ein und macht sie in verschiedenen Schritten unschädlich. Dabei kommen zwei wichtige Systeme des Immunsystems zum Einsatz: die angeborene (allgemeine) Abwehr und die erworbene (spezialisierte) Abwehr. Beide Systeme arbeiten eng zusammen und übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Dazu gehören:

Eindringlinge verschlingen

Die Fresszellen zählen zu den Frontkämpfern des Immunsystems. Sobald sie einen Fremdkörper erkennen, der beispielsweise über die Haut oder Darm in den Körper gelangt ist, fressen sie ihn auf. So werden verschiedene Erreger wie Bakterien, Viren und Pilze in Schach gehalten. Wenn es aber zu viele Erreger sind, werden die Fresszellen damit nicht fertig und benötigen Hilfe.

Immunsystem: Fresszelle frisst Fremdkörper
Quelle: wdv | Anne Walter

Helfer alarmieren

Die Fresszellen zerlegen die Erreger und präsentieren auf ihrer Zelloberfläche Bruchstücke davon, die als Antigen bezeichnet werden. Sie dienen als eine Art Steckbrief, damit andere Kundschafter des Immunsystems wissen, welche Erreger die Fresszelle verschlungen hat. Bei einem erneuten Kontakt mit dem bereits bekannten Antigen kann die Abwehrreaktion dann viel schneller erfolgen. Wichtig sind dabei T-Zellen, die infizierte Zellen erkennen und zerstören.

Immunsystem: Fresszellen, T-Zellen und B-Zellen
Quelle: wdv | Anne Walter

Informationen weitergeben

Im Gegensatz zu den Fresszellen, die für alle Eindringlinge zuständig sind, erkennt jede T-Zelle immer nur ein bestimmtes Antigen. Nachdem das passende Antigen erkannt haben, alarmierten sie weitere Zellen des Immunsystems: die B-Zellen.

Immunsystem: T-Zelle informiert B-Zellen
Quelle: wdv | Anne Walter

Antikörper produzieren

Die B-Zellen produzieren die genau zu den jeweiligen Erregern passenden Antikörper. Gelangt ein Krankheitserreger in den Körper, wandeln sich die B-Zellen in sogenannte Plasmazellen um. Diese regelrechten „Antikörperfabriken“ stellen in kurzer Zeit große Mengen an spezialisierten Antikörpern her und geben sie ins Blut ab. Diese lagern sich gezielt an die Fremdkörper an und zerstören sie.

Immunsystem: B- Zelle wandelt sich in Plasmazelle um
Quelle: wdv | Anne Walter

Immunsystem stärken: 5 Tipps

Ein gesunder Lebensstil hilft, das Immunsystem zu stärken. Hier unsere Tipps:

  1. Ausgewogen essen
    Die Fresszellen werden zum Beispiel von Zink und Eisen bei ihrer Arbeit unterstützt. Und dank des Spurenelements Selen kann der Körper schädliche Radikale besser abbauen. Fehlen diese wichtigen Nährstoffe, kann das Immunsystem nicht die volle Leistung bringen. Daher ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit ausreichend Obst, Gemüse und Vollkornprodukten wichtig. Wenig bekannt: Da sich 80 Prozent aller Abwehrzellen im Darm befinden, sollte die Darmflora mit Ballaststoffen und fettarmen Milchprodukten wie Joghurt, Buttermilch oder Dickmilch gesund gehalten werden.
  2. Ausreichend trinken
    Während man im Sommer automatisch mehr trinkt, schwindet bei kalten Temperaturen oft das Durstgefühl. Dabei ist es wichtig, häufig zur Wasserflasche zu greifen. Zum einen wird dadurch der Stoffwechsel angeregt und so die körpereigene Abwehr auf Trab gehalten. Zum anderen trocknen die Schleimhäute nicht so schnell aus, die eine wichtige Schutzbarriere gegen Keime und Schadstoffe sind. Wenn sie nicht richtig funktionieren, können Viren und Bakterien leichter in den Körper eindringen.
  3. Regelmäßig bewegen
    Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung und fördert die Durchblutung. Das aktiviert auch die Immunzellen. Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, stärkt daher seine Abwehrkräfte. Am besten eignet sich Ausdauersport wie Schwimmen, Joggen oder Radfahren. Es ist aber nicht nötig, sich zu verausgaben. Im Gegenteil: Wenn wir uns körperlich zu stark belasten, sinkt die Anzahl an Fresszellen, B- und T-Zellen im Blut und Krankheitserreger haben leichteres Spiel.
  4. Frische Luft tanken
    Ein Spaziergang entspannt nicht nur, sondern stärkt auch das Immunsystem. Damit unsere Zellen richtig arbeiten können, benötigen sie Sauerstoff. Daher sollten Räume regelmäßig gelüftet werden. Noch effektiver ist ein Aufenthalt im Freien – vor allem wenn man dabei auch noch Sonne tankt. In Maßen genossen ist Sonnenlicht ein Verbündeter des Immunsystems: Es regt unter anderem den Körper an, Vitamin D zu produzieren. Außerdem sorgen Sonne und helles Licht für gute Laune, die sich ebenfalls positiv auf die Immunabwehr auswirkt.
  5. Gut schlafen
    Wer ausreichend schläft, stärkt damit seine Abwehrkräfte. Denn nicht nur Geist und Muskeln regenerieren, sondern auch das Immunsystem. Zu wenig Schlaf und viel Stress machen dagegen anfällig für Infekte. Das ist auch ein Grund, warum man sich automatisch schont und viel schläft, wenn man krank ist. Wer also regelmäßig für Entspannung sorgt, seinem Körper genügend Erholung gönnt und ausreichend schläft, reduziert sein Risiko, krank zu werden.

Gift fürs Immunsystem

Genussmittel wie Alkohol und Nikotin drosseln die Abwehr.

  • Alkohol wirkt zwar desinfizierend – aber nicht im Körper. Dort lähmt er bestimmte Abwehrzellen, so dass das Immunsystem vorübergehend teilweise deaktiviert ist.
  • Auch Nikotin belastet die körpereigene Abwehr. Bereits wenige Zigaretten blockieren das Reinigungssystem der Bronchien. Hinzu kommt, dass der Körper für den Abbau der Giftstoffe mehr Vitamine, Folsäure, Zink und Magnesium benötigt – was das Abwehrsystem zusätzlich hemmt.