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Schwangerschaftsdiabetes: Was die Diagnose bedeutet

In der Schwangerschaft „zuckerkrank“ zu werden, ist für viele Bald-Mamas erstmal ein Schock. Doch keine Panik: Schwangerschaftsdiabetes lässt sich gut in den Griff bekommen.

Plötzlich zuckerkrank

„Schwangerschaftsdiabetes“ – was diese Diagnose bei einer Frau in eigentlich freudiger Erwartung auslösen kann, hat Jana Langer in ihrer zweiten Schwangerschaft erfahren. „Bei meiner ersten Tochter verlief die Schwangerschaft völlig problemlos“, erzählt die 38-jährige Mutter von drei Mädchen. Auch in ihrer zweiten Schwangerschaft war zunächst alles top: keine Beschwerden, alle Befunde völlig unauffällig. „Deshalb habe ich mir auch keine Gedanken über den Zuckertest bei meiner Frauenärztin gemacht.“ Für Jana war der Glukosetest nur ein weiterer Bestandteil der Schwangerschaftsvorsorge. Stand halt auf dem Programm, fühlte sich aber eher nach pro forma an.

Als ihr die Gynäkologin dann das Ergebnis des Glukosetests mit den Worten „Ihre Werte liegen deutlich über den Grenzwerten!“ übergab, war das ein ziemlicher Schreck für die Schwangere: „Ich wusste nur dunkel, dass man bei Diabetes auf die Ernährung aufpassen muss. Aber was Schwangerschaftsdiabetes ist – keine Ahnung!“

Schwangerschaftsdiabetes – was ist das?

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes, GDM) ist eine Stoffwechselstörung, die häufig in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auftritt. In dieser Phase schüttet der Körper der Mutter vermehrt Hormone aus. Diese kurbeln die Produktion von Traubenzucker (Glukose) an, den das Baby für sein Wachstum braucht. Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass der Traubenzucker aus dem Blut in die Zellen gelangt.

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und senkt den Blutzuckerspiegel. Bei etwa fünf von 100 Schwangeren funktioniert das jedoch nicht richtig. Ihr Körper produziert zu wenig Insulin. Dadurch steigt die Zuckerkonzentration im Blut der Mutter an und das Ungeborene wird mit Zucker „überfüttert“.

Beim Baby kann das zu Entwicklungsstörungen, einer hohen Gewichtszunahme und Fehlbildungen führen. Bei den Müttern kommt es häufiger zu starken Blutdruckanstiegen, Wassereinlagerungen im Körper, Blasen- und Niereninfektionen oder Krampfanfällen.

Der orale Glukosetoleranztest (oGTT)

Seit 2012 zählt der orale Glukosetoleranztest (oGTT) zum Standard bei der Schwangerschaftsvorsorge. Er findet zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche und besteht im Grunde aus zwei Tests:

Kleiner Zuckertest (50-g-oGTT): Die Schwangere bekommt ein Glas Glukoselösung, in der 50 Gramm Traubenzucker enthalten sind. Eine Stunde, nachdem sie die Lösung getrunken hat, wird aus der Armvene Blut entnommen und der Blutzuckerwert bestimmt. Wenn er unter 7,5 Millimol pro Liter (mmol/l) liegt beziehungsweise weniger als 135 Milligramm pro Deziliter (mg/dl)beträgt, ist der Blutzuckerwert in Ordnung – also kein Schwangerschaftsdiabetes!

Großer Zuckertest (75-g-oGTT): Liegt der Wert über 7,5 mmol (135 mg/dl), wird noch einmal getestet. Dafür muss die Schwangere nüchtern sein, also mindestens acht Stunden nichts gegessen und getrunken haben – außer stilles Wasser oder ungesüßtem Tee. Sie bekommt zunächst Blut abgenommen und der Nüchternblutzucker wird bestimmt. Dann trinkt sie innerhalb von fünf Minuten 300 Milliliter Wasser mit 75 Gramm aufgelöstem Traubenzucker. Nach einer und nach zwei Stunden bekommt sie erneut Blut abgenommen, um zu sehen, wie sich der Blutzuckerspiegel entwickelt. Liegt einer der Werte über den unten genannten Grenzwerten, liegt bei der Frau mit großer Sicherheit ein Schwangerschaftsdiabetes vor.

Grenzwerte Blutzucker:
Nüchternblutzucker: 5,1 mmol/l oder 92 mg/dl
1-Stunden-Blutzucker: 10 mmol/l oder 180 mg/dl
2-Stunden-Blutzucker: 8,5 mmol/l oder 153 mg/dl

Besondere Betreuung

Nachdem der erste Glukosetest auffällig war, folgte bei Jana Langer einige Zeit später der große Zuckertest. Danach stand fest, dass sie Schwangerschaftsdiabetes hat. „Für mich war das ein echt blödes Gefühl. Ich wusste ja nicht, was das alles bedeutet und was jetzt auf mich zukommt. Meine Frauenärztin hat mich dann in eine spezielle diabetologische Praxis überwiesen. Dort haben sie mir alles erklärt. Ich musste ein Ernährungstagebuch führen, den Verzehr von stark zuckerhaltigen Lebensmitteln wie Süßigkeiten einschränken und sollte mich regelmäßig bewegen.“ Irgendwie war bei Jana ab da das Hochgefühl passé, dass sie durch die erste und bisher auch durch die zweite Schwangerschaft getragen hat.

Eine ziemlich häufige Reaktion, bestätigt Tina Grüter. Sie hat als Hebamme 15 Jahre lang Schwangere begleitet: „Der größte Schock ist für die meisten, plötzlich als Risikopatientin eingestuft zu werden. Das Freudige, Glückliche, die Leichtigkeit sind erstmal weg.“ Was dagegen helfe, sei eine umfangreiche Aufklärung über die Krankheit und eigene Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen. „Das funktioniert meistens gut, denn Mütter sind motiviert, für die eigene Gesundheit und die ihres Babys das eigene Ess- und Bewegungsverhalten zu verändern.“

Schwangerschaftsdiabetes: Schwangere sitzt auf dem Sofa und isst Müsli.
Quelle: wdv | Jan Lauer
Schwangerschaftsdiabetes: Schwangere mit Yogamatte und Sporttasche
Quelle: wdv | Jan Lauer
Schwangerschaftsdiabetes: Schwangere isst Gurken
Quelle: wdv | Jan Lauer

Gleiche Diagnose, anderes Gefühl. Auch Nadine Erhardt ist Mutter von drei Kindern. Schon während ihrer ersten Schwangerschaft waren ihre Blutzuckerwerte leicht erhöht. Sie wurde daraufhin ebenfalls von ihrer Frauenärztin an einen Diabetologen überwiesen. Dort wurde sie zwar betreut, ihre Werte blieben aber so stabil, dass keine Therapie eingeleitet werden musste. Bei ihrem zweiten und dritten Kind war das anders.

Nadine machte die Erfahrung, dass sich die Blutzucker-Grenzwerte im Laufe der Zeit änderten. Heute seien diese viel flexibler als früher, erzählt sie. „Ich fand meine Schwangerschaften ganz entspannt, obwohl ich bei allen drei Jungs einen Diabetes hatte und unter heftiger, langanhaltender Übelkeit litt.“ Auf das Naschen zu verzichten war für die heute 43_Jährige deshalb kein Problem „Ich bin ohnehin eher die Herzhafte“, sagt sie schmunzelnd. „Wurst und Fleisch konnte ich allerdings nicht riechen, geschweige denn essen.“

Insulinpflichtiger Schwangerschaftsdiabetes

Vom Diabetologen bekamen Jana und Nadine einen Ernährungsfahrplan für Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten. Beide Frauen führten gewissenhaft Buch über das, was sie tagsüber aßen. Sie notierten Uhrzeit, Mahlzeiten und Getränke. Außerdem lernten sie, regelmäßig ihren Blutzucker selbst zu kontrollieren und ein Blutzuckertagesprofil anzulegen.

Schwangerschaftsdiabetes: Ärztin notiert Befund einer Schwangeren
Quelle: istockphoto.com | Halfpoint
Schwangerschaftsdiabetes: Zuckertest
Quelle: istockphoto.com | didesign021
Schwangerschaftsdiabetes: Blutzuckertst am Finger bei einer Schwangeren
Quelle: istockphoto.com | Halfpoint

„Der Stich in die Fingerkuppe war das Nervigste“, erinnert sich Nadine. Irgendwann war klar, dass sie ihren Blutzucker nicht ohne zusätzliches Insulin in den Griff bekommen würden. „In der ersten Schwangerschaft hatte es noch mit einer Ernährungsumstellung geklappt. Bei meinem zweiten Sohn waren die Blutzuckerwerte dann so hoch, dass ich Insulin spritzen musste“, erzählt Nadine und gibt zu, dass es sie erstmal Überwindung kostete, sich in die Bauchfalte zu piksen. „Aber man lernt damit umzugehen. Ich wusste ja, es ist nur eine Phase.“ Außerdem fühlte sie sich von ihrer diabetologischen Praxis gut betreut.

Das ging Jana genauso. Auch sie musste Insulin substituieren, wie es im Fachjargon heißt. Durch die Betreuung des Fachpersonals fanden beide Frauen schnell heraus, welche Dosis die richtige ist. Jana erinnert sich vor allem an die Kontrollen: „Ich musste anfänglich sieben Mal pro Tag den Blutzucker messen: morgens den Nüchternblutzucker, eine Stunde nach dem Frühstück, vor dem Mittagessen und eine Stunde danach, vor dem Abendessen und eine Stunde danach und vor dem Schlafen gehen.“ Später reichten vier Messungen.

Gute Werte

Diese Blutzuckerwerte sollten erreicht werden:

Morgens und vor den Hauptmahlzeiten:
65 bis 90 mg/dl (3,6 bis 5,3 mmol/l)

Eine Stunde nach einer Hauptmahlzeit:
weniger als 140 mg/dl (7,8 mmol/l)

Zwei Stunden nach einer Hauptmahlzeit:
weniger als 120 mg/dl (6,7 mmol/l)

Symptome bei Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes läuft häufig unbemerkt ab. Manchmal treten jedoch Symptome auf, die auf die Erkrankung hindeuten können. Dazu gehören beispielsweise starker Durst, häufiges Wasserlassen, vermehrte Harnwegsinfekte oder Scheidenentzündungen. Auch ein neu aufgetretener Bluthochdruck kann mit Schwangerschaftsdiabetes einhergehen. Insgesamt gilt: Unbehandelt sind die gesundheitlichen Risiken dieser Stoffwechselstörung groß – und zwar für Mutter und Kind. Es kann zu Fehl- oder Frühgeburten und Problemen bei der Geburt kommen.

Risikofaktoren

Schwangerschaftsdiabetes: Muttrpass
Quelle: wdv | Oana Szekely

Warum Schwangerschaftsdiabetes manche Frauen trifft und andere nicht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Zu den Hauptrisikofaktoren zählen aber eine familiäre Veranlagung und starkes Übergewicht. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft spielt es auch eine Rolle, wenn Schwangere …

  • übermäßig an Gewicht zunehmen,
  • bei früheren Schwangerschaften bereits Schwangerschaftsdiabetes hatten,
  • über 35 Jahre alt sind,
  • bereits Fehlgeburten hatten,
  • Arzneimittel einnehmen, die den Zuckerstoffwechsel negativ beeinflussen (einige Blutdrucksenker, Schilddrüsenmedikamente, Kortison),
  • bei früheren Geburten Kinder mit einem Geburtsgewicht von über 4.500 Gramm zur Welt gebracht haben,
  • unter einer krankhaften Veränderung der Eierstöcke leiden oder
  • rauchen.  

„Schwangerschaftsdiabetes lässt sich meist gut behandeln“

Tina Grüter

Tina Grüter kennt die Ängste von werdenden Müttern. Als ausgebildete Hebamme und Diplompädagogin begleitete sie 15 Jahre lang Frauen durch die emotionale Zeit der Schwangerschaft, während der Geburt und auch danach.

Ist Schwangerschaftsdiabetes gefährlich?

Tina Grüter: Frauen mit der Diagnose Gestationsdiabetes gelten als Risikoschwangere. Sie werden engmaschiger betreut und bekommen zusätzliche Untersuchungen wie beispielsweise Dopplerultraschalle. Das liegt daran, dass ein unerkannter und unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes mehrere Auswirkungen haben kann. Zum einen steigt das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt. Es kann auch zu einer übermäßigen Fruchtwasserproduktion kommen. Weitere gesundheitlichen Probleme können Bluthochdruck oder vermehrte Harnwegsinfektionen bei den Schwangeren sein. Außerdem produziert der kindliche Körper durch die Zuckerflut selbst große Mengen an Insulin: Das Ungeborene wächst dadurch schneller und legt deutlich mehr an Gewicht zu. Das kann zu Komplikationen bei der Geburt führen. Deshalb wird meist auch bei einem Schätzgewicht des Babys über 4.500 Gramm erstmals zu einer Kaiserschnittgeburt geraten.

Gibt es Unterschiede bei Schwangerschaftsdiabetes?

Tina Grüter: Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen einem „diätetisch einstellbaren“ und einem „insulinpflichtigen“ Schwangerschaftsdiabetes. Bei beiden Formen kommt eine diabetologische Praxis ins Spiel, die die Frauen ambulant betreut. Ein diätetisch einstellbarer Schwangerschaftsdiabetes lässt sich mit einer entsprechenden Ernährung und mehr Bewegung oft gut behandeln. Bei einem insulinpflichtigen Schwangerschaftsdiabetes wird der Schwangeren gezeigt, wie sie ihren Blutzucker selbst kontrollieren und die Insulintherapie durchführen kann. Das Diabetesteam der Praxis berät und unterstützt sie dabei.

Was passiert bei der Geburt?

Tina Grüter: Zunächst ist der errechnete Geburtstermin wichtig: Bei einem diätetisch eingestellten Schwangerschaftsdiabetes wird die Geburt meistens zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeleitet, sondern erst nach einer Übertragung von sieben Tagen – vorausgesetzt natürlich, dass es Mutter und Kind gutgeht. Bei einem insulinpflichtigen Diabetes dagegen wird die Geburt in aller Regel am Entbindungstag eingeleitet. Unter der Geburt braucht bei einem diätetischen Gestationsdiabetes meist kein Blutzucker kontrolliert werden, die Schwangere wird aber beobachtet. Bei einem insulinpflichtigen findet dagegen in der Regel alle zwei Stunden eine Blutzuckerkontrolle statt.

Was passiert nach der Geburt?

Tina Grüter: In den meisten Fällen ist der Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt vorbei. Bei Müttern mit insulinpflichtigem Schwangerschaftsdiabetes werden die Werte trotzdem zunächst engmaschig kontrolliert. Sind die Blutzuckerwerte am zweiten Wochenbetttag noch auffällig, wird weiterhin ein Blutzuckertagesprofil erstellt. Bei normalen Werten findet sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt ein erneuter Glukosetest (oGTT) statt, um zu schauen, ob der Stoffwechsel wieder okay ist.

Und was passiert mit dem Baby nach der Geburt?

Tina Grüter: Das Baby wird kurz untersucht und dann an die mütterliche Brust gelegt. Es sollte nach 30 Minuten etwas trinken. Nach zwei Stunden wird dann etwas Blut aus seiner Ferse entnommen und der Blutzucker kontrolliert. Liegt der Wert bei über 30 Milligramm pro Deziliter, ist der Stoffwechsel in Ordnung. Bei einem Wert darunter schaut der Kinderarzt nach dem Baby. Insgesamt wird der Blutzucker zwei, vier und sechs Stunden nach der Geburt kontrolliert. Und die Babys werden nicht nach eigenem Bedürfnis gefüttert, sondern alle zwei bis drei Stunden.

Haben „zuckerkranke“ Babys dieselben Symptome wie Erwachsene?

Tina Grüter: Ähnliche. Sie können unruhig und zittrig sein. Oder eine muskuläre Hypotonie haben, also wenig Muskelspannung. Auch anhand von schrillem Schreien kann man Rückschlüsse ziehen. Anders als bei Erwachsenen bekommen Babys aber keine kalten Schweißausbrüche mit Schweißperlen auf der Stirn. Es kann aber vorkommen, dass sie unter Atemproblemen leiden. Deshalb ist es wichtig, dass ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin vor Ort ist.


Mein Glyx: Essen bei Schwangerschaftsdiabetes

Vitamine und Mineralstoffe: Frau isst Salat
Quelle: istockphoto.com | Foxys_forest_manufacture

Bei Diabetikerinnen und Diabetikern gelten grundsätzlich die gleichen Ernährungsempfehlungen wie bei gesunden Menschen: „Ernähre dich vielseitig, kalorienbewusst und ballaststoffreich!“ Wer täglich Obst und Gemüse isst und darauf achtet, zu Vollkornprodukten zu greifen, macht also schon vieles richtig.

Kohlenhydratreiche Lebensmittel wirken sich direkt auf den Blutzuckerspiegel aus. Im Gegensatz zu den schnellen Kohlenhydraten aus Weißmehl oder Zucker werden Vollkornprodukte vom Körper deutlich langsamer verwertet.

„Erst durch mein Schwangerschaftsdiabetes habe ich das Wort ‚GLYX` kennengelernt“, berichtet Jana Langer. GLYX ist die Abkürzung von „glykämischer Index“. Und der spielt bei jeder Form von Diabetes eine große Rolle: Der glykämische Index zeigt an, wie stark bestimmte kohlenhydrathaltige Lebensmittel den Blutzuckerspiegel im Vergleich zu Traubenzucker ansteigen lassen. Traubenzucker gelangt quasi sofort ins Blut. Bei anderen Kohlenhydraten, besonders den hochwertigen, erfolgt das peu à peu. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel langsamer an und die Insulinproduktion kann sich besser darauf einstellen.

„Außerdem hat mir meine diabetologische Praxis empfohlen, fünf kleinere Mahlzeiten am Tag zu essen, um den Blutzuckerspiegel auf einem gleichmäßigen, unkritischen Level zu halten“, sagt Jana. Bei Getränken ist Wasser oder ungesüßter Tee die erste Wahl. Auf gesüßte Getränke wie Softdrinks oder Saft sollten Schwangere mit Gestationsdiabetes besser ganz verzichten. Und wie sieht es für Naschkatzen aus? „Ich habe beim Essen schon gut aufgepasst – aber hin und wieder ein Stück dunkle Schokolade war schon drin“ erinnert sich Jana. „Ganz verzichten musste ich darauf nicht. Zum Glück!“

Hochwertige Kohlenhydrate

Sie stecken zum Beispiel in: Hülsenfrüchten, Vollkornbrot, Haferflocken, Vollkornnudeln oder Vollkornreis.

Auch Vitamine und Mineralstoffe sind wichtig für die Gesundheit. Mit einer abswechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung ist die Versorgung in der Regel gewährleistet.

Leckere Rezepte für Diabetikerinnen

1. Vollkorntoast mit Frischkäseaufstrich 

Zutaten für 2 Personen:

  • 1 kleines Bund frische Kräuter (Dill, Petersilie, Schnittlauch, Basilikum) 
  • 100 g körniger Frischkäse (Magerstufe) 
  • 100 g Magerquark 
  • 2 EL Milch 
  • 1 kleine rote Zwiebel 
  • Jodsalz 
  • Pfeffer aus der Mühle 
  • 4 Scheiben Vollkorntoastbrot à 30 g 
  • 4 Radieschen 

So wird’s gemacht:

  1. Kräuter unter kaltem Wasser abbrausen, trockenschütteln und fein hacken.
  2. Frischkäse mit dem Magerquark und der Milch glattrühren.
  3. Zwiebel abziehen und in kleine Würfel schneiden. Kräuter und Zwiebelwürfel unter die Frischkäsemasse rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Vollkorntoastbrot rösten und mit dem Käseaufstrich bestreichen. Radieschen putzen, waschen und mit einer groben Küchenreibe darüber raspeln.

Zubereitungszeit: 30 Minuten
Pro Portion: 2,28 g Fett, 30,3 g Kohlenhydrate, 19 g Eiweiß, 223 kcal

2. Schnittlauchrührei auf Vollkornbrot

Schnittlauchrührei auf Vollkornbrot
Quelle: stock.adobe.com | Eddie

Zutaten für eine Person

  • 1 Ei
  • 1 EL Trinkwasser
  • Jodsalz 
  • 1 TL Schnittlauchröllchen 
  • 1 TL Butter (5 g) 
  • 1 Scheibe Vollkornbrot (50 g) 
  • 4 Kirschtomaten
  • 1 Salatblatt 

So wird’s gemacht:

  1. Das Ei und das Wasser mit einer Gabel verquirlen, Salz und Schnittlauch hinzugeben. In einer Pfanne etwas von der Butter schmelzen und das verquirlte Ei darin stocken lassen.
  2. Das Vollkornbrot mit der restlichen Butter bestreichen und mit dem gewaschenen Salatblatt belegen.
  3. Die Kirschtomaten waschen und in Scheiben schneiden und fächerförmig auf das Salatblatt legen.
  4. Abschließend das Rührei auf die Tomaten geben und sofort servieren.

Zubereitungszeit: 10 Minuten
Pro Portion: 9,35 g Fett, 20,9 g Kohlenhydrate, 9,33 g Eiweiß, 206 kcal

3. Bunter Maissalat

Zutaten für 4 Personen

  • 400 g Maiskörner (aus der Dose) 
  • 1 Apfel 
  • 1 rote Paprikaschote 
  • 1 kleine Zwiebel 
  • 1/4 Salatgurke 
  • 200 g Putenbrustaufschnitt
  • 1 EL geriebener Meerrettich (aus dem Glas) 
  • 2 EL Naturjoghurt 
  • 1 EL Zitronensaft 
  • 2 EL Kräuteressig 
  • 2 EL Rapsöl 
  • je 1 EL gehackte Petersilie und Dill 
  • 1/2 TL Zucker 
  • Jodsalz 
  • Pfeffer 

So wird’s gemacht:

  1. Maiskörner abtropfen lassen.
  2. Apfel waschen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Paprikaschote waschen und halbieren. Stielansatz, Kerne und weiße Scheidewände entfernen und das Fruchtfleisch ebenfalls würfeln. Die Zwiebel abziehen und fein hacken. Die Gurke waschen und klein würfeln. Die Putenbrust in Streifen schneiden. Alle Zutaten gut vermischen.
  3. Eine Marinade bereiten aus Meerrettich, Joghurt, Zitronensaft, Essig, Öl, den Kräutern und Gewürzen. Den Salat damit vermischen und gut durchziehen lassen.

Zubereitungszeit: 20 Minuten
Pro Portion: 7,46 g Fett, 21,6 g Kohlenhydrate, 7,74 g Eiweiß, 188 kcal

4. Birnen-Crumble

Birnen-Crumble
Quelle: stock.adobe.com | kostrez

Zutaten für 6 Personen

  • 75 g kalte Butter 
  • 150 g Vollkornmehl
  • 450 g Birnen
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Zimt
  • 10 g Rohrzucker

So wird’s gemacht:

  1. Backofen auf 200 Grad (Umluft:180 Grad) vorheizen, Mehl in eine Schüssel geben, Butter in kleine Stücke schneiden, zum Mehl dazugeben und zu Streuseln verarbeiten
  2. und Birnen waschen, schälen, vierteln, entkernen und in Stücke schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln und mit Zimt und 3 EL Wasser mischen.
  3. Birnen in eine gefettete Auflaufform geben, darüber die Streusel und den Zucker streuen.
  4. Etwa 25 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun sind.

Zubereitungszeit: 15 Minuten plus 25 Minuten Backzeit
Pro Portion: 11,3 g Fett, 31,8 g Kohlenhydrate, 3,38 Eiweiß, 230,8 kcal

5. Italienische Fischpfanne

Zutaten für 4 Personen

  • 4 Fischfilets 
  • 4 große Tomaten oder eine Dose geschälte Tomaten 
  • 1 kleine Zucchini 
  • 2 kleine Zwiebeln 
  • 1 Esslöffel Oregano 
  • 1/2 Teelöffel Jodsalz 
  • etwas Pfeffer 
  • etwas Olivenöl 

So wird’s gemacht:

  1. In eine mit Olivenöl eingepinselte Auflaufform die Fischfilets hineinlegen.
  2. Zwiebeln schälen, Zucchini gründlich waschen. Zwiebeln und Zucchini in Würfel schneiden und in die Auflaufform geben.
  3. Zum Schluss die gewaschenen und in Scheiben geschnittenen Tomaten oder die aus der Dose darübergeben. Mit Oregano, Jodsalz und Pfeffer würzen. Die Fischpfanne muss nun bei 180 Grad für eine halbe Stunde in den Ofen. Dazu schmeckt am besten Reis.

Zubereitungszeit: 50 Minuten
Pro Portion: 8,22 g Fettgehalt, 4,23 g Kohlenhydrate, 28,7 g Eiweiß, 208 kcal

Buchtipp

Bettina Snowdown, Prof. Dr. Ute Schäfer-Graf: Schwangerschaftsdiabetes im Griff. Gesund essen für mein Baby und mich. Trias-Verlag (Thieme-Gruppe), Stuttgart 2020, 17,99 Euro

Schwangerschaftsdiabetes: Was kommt danach?

Am Ende der Schwangerschaft ist meistens auch der Schwangerschaftsdiabetes vorbei. Aber eben nicht immer – rund die Hälfte aller Betroffenen entwickelt im Laufe von zehn Jahren nach der Schwangerschaft einen Diabetes mellitus. Und auch die Kinder von betroffenen Frauen haben ein erhöhtes Diabetes-Risiko.

Nicht nur in, sondern auch nach der Schwangerschaft spielen deshalb gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivitäten und Entspannung eine wichtige Rolle, um gesund zu bleiben und einer Diabetes-Erkrankung vorzubeugen.