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Schwimmen lernen: So ist dein Kind im Wasser sicher

Kinder lieben es im Wasser zu plantschen und zu spielen. Leider passieren selbst im flachen Wasser immer wieder Badeunfälle, weil Kinder nicht gut schwimmen können. Das sind unsere Tipps zum Schwimmen lernen, damit dein Kind wirklich sicher ist.

Nur wenige Kinder können gut schwimmen

Sommer ist Badezeit. Das freut besonders die Jüngsten, denn sie lieben es im Freibad, Badesee oder Meer im Wasser zu sein. Für Kinder ist das kühle Nass aber auch eine große Gefahr, vor allem, bevor sie schwimmen lernen. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind knapp 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer. Und so kommt es immer wieder zu Badeunfällen. „Leider lernen immer weniger Kinder richtig oder überhaupt schwimmen“, so Felix Dürnberger, stellvertretender Jugendvorsitzender von der DLRG Bayern. „Nicht zuletzt, weil es an Schwimmlehrern fehlt oder Bäder geschlossen werden. Um so wichtiger ist es, dass Eltern die Schwimmfähigkeit ihres Kindes fördern, damit es sich sicher am und im Wasser bewegt.“ Das sind die häufigsten Fragen zum Schwimmen lernen:

Was sind die größten Gefahren für kleine Badegäste?

Ganz klar, das größte Risiko besteht darin, dass Kinder gar nicht oder nur unzureichend schwimmen können. Häufig ist das Eltern überhaupt nicht bewusst, wie wichtig schwimmen lernen ist und sie unterschätzen die Gefahren, die beim Schwimmen und Spielen im Wasser lauern. Die wichtigste Regel lautet deshalb: Kinder immer beaufsichtigen und in Griffweite bleiben! Typische Gefahrenquellen sind:
1. Leichtsinn, Selbstüberschätzung und Übermut sind laut DLRG die häufigste Ursache für Badeunfälle.
2. An unbewachten Badestellen gibt es keine Hilfe im Notfall. Dort ist das Risiko zu ertrinken deutlich höher als an bewachten Badestellen.
3. Baden in Flüssen ist lebensgefährlich, denn hohe Fließgeschwindigkeiten, Strudel und starke Strömungen können selbst geübte Schwimmer überfordern.
4. Schlauchboote, Luftmatratzen oder aufblasbares Spielzeug können in tiefes Wasser abtreiben oder Luft verlieren.

Ab wann sollten Kinder schwimmen lernen?

Je früher Kinder mit Wasser in Berührung kommen, desto besser. Positive Erfahrungen helfen deinem Nachwuchs, Angst vor Wasser abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. „Außerdem erlangen Kinder dadurch eine gewisse „Selbstrettungskompetenz“. Das heißt, sie sind in der Lage sich im Wasser zu orientieren, Gefahrensituationen zu erkennen und sich aus diesen zu befreien“, so Dürnberger.

Babyschwimmen, Kleinkinderschwimmen, Kinderschwimmkurs? Ab wann ist welcher Kurs richtig?

Passende Trainingsmöglichkeiten findest du je nach Alter deines Kindes in den örtlichen Schwimmhallen und Schwimmschulen:
1. Babyschwimmen zur Wassergewöhnung und für erste positive Erfahrungen mit dem nassen Element, in der Regel im Alter zwischen drei und 15 Monaten
2. Kleinkinderschwimmen für Kinder zwischen 15 Monaten und drei Jahren, spielerische Wassergewöhnung und erste Schwimmerfahrungen mit Schwimmhilfen
3. Ab etwa vier oder fünf Jahren sind Kinder in Lage, ihre Arme und Beine so zu koordinieren, dass sie in einem Kinderschwimmkurs schwimmen lernen können

Schwimmen lernen Kinder doch in der Schule, oder?

In der Schule findet der Schwimmunterricht meistens in der dritten Klasse statt. Allerdings kann ein Viertel der deutschen Grundschulen keinen Schwimmunterricht anbieten, weil es keine Schwimmhalle in der Nähe gibt. „Eltern, deren Kinder davon betroffen sind, sollten das nicht hinnehmen und stattdessen selbst nach einem Schwimm- oder Freibad suchen, das Schwimmkurse im Programm hat“, empfiehlt Felix Dürnberger. „Oft werden diese auch in Zusammenarbeit mit der DLRG oder anderen Rettungsorganisationen und Sportverbänden durchgeführt.“

Was kann mein Kind, wenn es das Schwimmabzeichen Seepferdchen hat?

Beim Schwimmunterricht in der Schule oder in einem Schwimmkurs kann dein Kind das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ ablegen. Dafür muss es vom Beckenrand ins Wasser springen, 25 Meter schwimmen und einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser heraufholen. „Mit diesem Abzeichen sind Kinder aber noch längst keine sicheren Schwimmer“, mahnt Dürnberger. Denn das Seepferdchen zeige nur, dass sie sich unter Aufsicht angstfrei im Wasser bewegen können. „Erst durch regelmäßiges Üben und im Idealfall mit weiteren Schwimmprüfungen, wie dem Schwimmabzeichen „Bronze“, können Kinder ihre Fähigkeiten im Wasser ausbauen und dadurch mehr Sicherheit erlangen. Aber auch dann sollten Eltern ihre Kinder nicht aus den Augen lassen. Dies gilt besonders für Seen, Flüsse und an der Küste.“

Welches Schwimmabzeichen haben bessere Schwimmer?

Laut DLRG gelten Kinder erst als sichere Schwimmer, wenn sie das Schwimmabzeichen „Bronze“ abgelegt haben. Zu den Anforderungen gehören:
1. 15 Minuten ohne Hilfe im tiefen Wasser schwimmen und dabei mindestens 200 Meter zurücklegen
2. Brust- und Rückenschwimmen beherrschen
3. gute Orientierungsfähigkeit unter Wasser
4. ein Paket- oder Kopfsprung ins Wasser

Wer dann Spaß am Schwimmen gefunden hat, der kann auch noch für die Schwimmabzeichen „Silber“ und „Gold“ trainieren. Kinder ab zehn Jahren dürfen sich sogar zum Juniorretter ausbilden lassen.

Schwimmen lernen mit Schwimmhilfen?

Schwimmhilfen mit einem starken Auftrieb helfen Kindern beim Schwimmen lernen. Allerdings sollten diese fest am Körper sitzen, wie ein Schwimmgürtel oder Aqua Discs, damit Nichtschwimmer oder Schwimmanfänger sich ohne Gefahr im Wasser bewegen.

Poolnudeln und Schwimmbretter haben ebenfalls einen guten Auftrieb und eignen sich besonders, um die Beintechnik zu trainieren. Diese Schwimmhilfen können aber verloren gehen und sind nicht als Badespielzeug zu verstehen. Sie sollten von Schwimmanfängern deshalb nur zum Üben in flachem Wasser genutzt werden. „Grundsätzlich gilt keine Schwimmhilfe als absolut sicher. Deshalb müssen Eltern ihre Kinder immer beaufsichtigen“, rät Felix Dürnberger von der DLRG-Jugend Bayern.

Absolut ungeeignet für Nichtschwimmer und schlechte Schwimmer sind Luftmatratze und aufblasbares Wasserspielzeug wie Schwimmtiere oder Schwimmringe.

Warum sollte mein Kind ein Schwimmabzeichen machen?

Schwimmabzeichen sind ein toller Anreiz, um dein Kind zum Schwimmen zu motivieren. Zudem solltest du mit deinem Kind im Schwimmbad oder Badesee das Schwimmen immer wieder trainieren. So hilfst du seine Schwimmfähigkeiten zu verbessern. Mit Wasserspielen bringst du den Spaß in die Sachen und ihr übt ganz nebenbei Tauchen, Springen, Gleiten sowie Geschicklichkeit und Koordination im Wasser.