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Safer Internet Day: Mehr Sicherheit im Netz

Kinder müssen lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Das gilt auch für die Datenautobahnen im Netz. Um darauf aufmerksam zu machen, gibt es jedes Jahr im Februar den Safer Internet Day. Das Thema in diesem Jahr: Meinungsbildung zwischen Fakten und Fake News.

Medienkompetenz stärken

Das Internet ist für Kinder fantastisch. Es schafft Verbindungen und öffnet das Tor zu neuen Welten. Doch besonders für Einsteiger lauern in der virtuellen Welt auch Gefahre. Auf diese macht der weltweite Aktionstag Safer Internet Day aufmerksam. Er findet seit 2008 jedes Jahr im zweiten Monat am zweiten Tag der zweiten Woche statt. Die EU-Initiative „klicksafe“ bietet zusammen mit zahlreichen Institutionen in Deutschland, zum Beispiel dem Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz sowie dem Bundesverband der Informationswirtschaft, an diesem Aktionstag Veranstaltungen und Informationen zum Thema „Mehr Sicherheit im Internet“ an.

Der Safer Internet Day richtet sich an Kinder und Jugendliche sowie an Eltern und Pädagogen. Ziel ist es, Heranwachsenden langfristig eine umfassende Medienkompetenz zu vermitteln. Dazu gehört auch, junge Menschen für mögliche Gefahren im Internet zu sensibilisieren.

Ging es beim Safer Internet Day in den ersten Jahren hauptsächlich um das Thema Datensicherheit, rücken aktuell die Themen Einflussnahme und Manipulation in den Mittelpunkt. Entsprechend ist der Themenschwerpunkt 2021: Wem glaube ich – Meinungsbildung zwischen Fakt und Fake.

Fake News: Wem glaube ich?

In der digitalen Welt ist der Umgang mit Falschmeldungen, Verschwörungsideologien und anderen Formen der Desinformation ein Dauerbrenner. Im Internet finden sich unüberschaubare Mengen an Informationen: Mal laut und provokant, mal leise und manipulierend können sie das Vertrauen in unsere demokratische Gesellschaft, aber auch in unsere Mitmenschen, Freunde und Familienmitglieder untergraben. Dies erleben wir gerade aktuell am Beispiel der Entwicklung in den USA und an Diskussionen rund um Corona. Besonders Kindern und Jugendlichen fällt es schwer, die Glaubwürdigkeit von Informationen einzuschätzen.

Tipps für Eltern: So kannst du dein Kind schützen

Zugegeben, manchmal ist es auch für Erwachsene gar nicht so einfach, Fake von Fakt zu unterscheiden. Deshalb haben wir hier einige Tipps und gute Internetseiten gesammelt, die auch für Eltern interessant sind.

Wie finden Kinder seriöse Informationen?

Schnell Informationen für die Hausaufgaben oder das nächste Referat im Internet suchen? Kein Problem, aber viele Texte sind für Grundschüler unverständlich. Ideal sind deshalb Kindersuchmaschinen wie die Blinde Kuh, Frag Finn oder Helles Köpfchen. Auch wenn dein Kind schon surferfahren und bei Google, Yahoo oder Bing unterwegs ist, solltest du dennoch bei den Einstellungen der Suchmaschinen Filterfunktionen wie „Familienfilter“ oder „Safe Search“ auf der höchsten Stufe aktivieren.

Wie lassen sich Infos überprüfen?

  • Quelle: Woher kommt die Information?
  • Fakten-Check: Stimmt, was behauptet wird?
  • Aktualität: Wann wurden die Informationen veröffentlicht?
  • Tonality: Wie ist die Sprache – seriös, reißerisch, dem Thema angemessen?
  • Bildsprache: Sind die Bilder und Videos angemessen und authentisch? Hier können Jugendliche ggfs. die Bilder-Rückwärtssuche über Google nutzen.

Was stärkt (Grundschul-)Kinder im Internet?

Am besten gelingt Internetsicherheit, wenn du deinem Kind Medienkompetenz vorlebst und gemeinsam mit ihm die bunte Welt eroberst. Also spiel mit ihm seine Computerspiele, chattet mit Opa und Oma oder nehmt per Zoom an einer kindgemäßen Veranstaltung teil. Darüber hinaus gibt es einige Features, die die Sicherheit für Kinder am Computer erhöhen:

  • Eine Jugendsoftware ist installiert.
  • Eine Kinderstartseite erleichtert den Einstieg.
  • Nicht alle Bereiche sind für Kinder zugänglich und deshalb auf dem Computer mit einem Password geschützt.
  • Das Kind hat zwei E-Mail-Adressen. Eine ist für Familie und Freunde. Die andere für Chats und Communitys.
  • Installiere nur altersgerechte Spiele und schau sie dir vorher an.
  • Downloads sind (vorerst) Elternsache.

Wie siehts mit sozialen Netzwerken aus?

Für Social Media sollten Kinder und Eltern gemeinsam Regeln festgelegen:

  • Persönliche Dinge bleiben persönlich: Adresse und Telefonnummer zum Beispiel haben hier nichts zu suchen.
  • Infos und Bilder von Familienmitgliedern, Freunden und Klassenkameraden sollten ohne deren Zustimmung nicht weitergegeben werden.
  • Respektvolles Verhalten anderen gegenüber ist selbstverständlich. Cybermobbing ist ein absolutes No-Go! Dazu zählen: sich über andere lächerlich machen, sie beschimpfen, aber auch sie auszugrenzen oder zu verleumden.

Zwischen real und digital

Medienexperten, Pädagogen und Kinderärzte empfehlen altersgemäße Nutzungszeiten von Computer und Handy. Aber in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling haben sich diese verschoben und es fällt Kindern und Eltern schwer, die richtige Balance zu finden.

Eine repräsentativen Untersuchung der Krankenkasse DAK zusammen mit Forschern des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt: Kinder und Jugendliche verbringen 75 Prozent mehr Zeit mit digitalen Spielen. Während im September 2019 die durchschnittliche Spieldauer werktags noch bei 79 Minuten lag, kletterte sie im April 2020 auf 139 Minuten. Auch soziale Medien werden verstärkt genutzt. Gaben im September 2019 noch 66 Prozent an, täglich soziale Medien zu nutzen, stieg ihr Anteil im April 2020 auf etwa 75 Prozent.

Regeln gemeinsam festlegen

Für Eltern und Kinder erfordert das digitale Arbeiten und Lernen ein Umdenken. Experten empfehlen, weiterhin gemeinsam Regeln festzulegen:

  1. Fixe Bildschirmzeiten fürs Lernen und für die Freizeit vereinbaren.
  2. Bei gemeinsamen Mahlzeiten gilt nach wie vor: Handy weg!
  3. Zwischen Mediennutzung und Medienkonsum differenzieren. Das bedeutet, einen Film ansehen hat einen anderen Stellenwert als die Suche nach einer Bastelanleitung.
  4. Auf feste bildschirmfreie Zeiten im Familienalltag achten: Bücher lesen, basteln, malen, gemeinsam kochen, Geschichten schreiben, ein Familienfotoalbum anlegen, Handlettering üben, Kräuter aussähen usw. 
  5. Regelmäßige Bewegungspausen einlegen. Wie wär’s neben Spazierengehen und Radfahren mal mit Ballspielen, Inlineskaten, Balancieren auf einer Slackline, Seilhüpfen, Jonglieren, Yoga oder – ganz aktuell – einer Schneeballschlacht? Übrigens: Viele Sportvereine haben zur Zeit ein digitales Angebot. Einfach mal hineinschnuppern.
  6. Gemeinsam einen Mediennutzungsvertrag aufstellen. Entweder selbst erarbeiten oder runterladen. Selbstverständlich unterschreiben ihn Kinder und Eltern gemeinsam.